Regionaler Eine-Welt-Tag in Göttingen

Schritt für Schritt Göttingen und die Welt verändern

Beim Eine-Welt-Tag in Göttingen zeigen wir, was genau sich hinter den SDGs verbirgt und wie wir selbst zu ihrer Erreichung beitragen können. Welche Anknüpfungspunkte gibt es an unseren (Schul)Alltag? Wie können wir selbst aktiv werden und uns an der Gestaltung einer global gerechten und ökologisch tragfähigen Welt im Sinne von „global denken – lokal handeln“ beteiligen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir in 11 verschiedenen Workshops nachgehen und dabei spannende Handlungsmöglichkeiten kennenlernen und eigene kreative Ideen entwickeln.

Zielgruppe: Schüler*innen der Jahrgansstufe 9

Veranstaltungsort: Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen

Kosten: Pro Schüler*in bitten wir um einen Teilnahmebetrag von 2 Euro. Für ein kostenloses Mittagessen wird gesorgt.

Termin und Anmeldung: Aufgrund der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist im Moment unklar, wann der Eine-Welt-Tag in Göttingen stattfinden kann. Bei Fragen oder Interesse an einer Teilnahme kontaktieren Sie uns gerne!

Kontakt

Der Eine-Welt-Tag wird im Rahmen des Projekts „globo:log live. Aktiv für die SDGs – Regionale Eine-Welt-Tage in Bremen und Niedersachsen“ durchgeführt von der Regionalen Bildungsstelle Nord Bildung trifft Entwicklung in Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB).

Bildung trifft Entwicklung - Regionale Bildungsstelle Nord
Am Leinekanal 4
37073 Göttingen

Sophie Städing
0511-3887634
sophie.staeding@bildung-trifft-entwicklung.de

Ablauf

Beginn und Abschluss des Eine-Welt-Tages finden mit allen Schüler*innen gemeinsam statt. Dazwischen gibt es verschiedene Workshops. Die Schüler*innen können im Vorfeld selbst wählen, an welchem Workshop sie teilnehmen möchten. Pro Workshop gibt es maximal 16 Teilnehmer*innen. Nach Möglichkeit sollen nur 2-4 Schüler*innen einer Klasse denselben Workshop besuchen.

Auch für Lehrer*innen wird ein Workshop angeboten. Im Info-Café haben sie zudem die Möglichkeit, Bildungsangebote, Materialien und Referent*innen aus der Region kennenzulernen.

08:30   Ankunft und Anmeldung

09:00   Begrüßung und gemeinsamer Einstieg

10:15   Pause

10:30   Workshops Teil 1

12:00   Mittagspause

12:45   Workshops Teil 2

14:15   Pause

14.30   Gemeinsamer Abschluss

15:15   Ende

 

Die Workshops

WS 1 Konsumkritischer Stadtrundgang

Entdeckt Orte für nachhaltiges Shoppen, Essen und Leben in Göttingen. Auf unserem Spaziergang durch die Stadt beleuchten wir die weltweite Verflechtung globaler Produktionsketten und diskutieren die Hintergründe für Mensch und Umwelt. Dabei stoßen wir auf Fragen wie: Wo und unter welchen Bedingungen werden unsere alltäglichen Konsumgüter produziert und nach Gebrauch entsorgt? Worauf kann ich beim Einkaufen und im Alltag achten, um mich nachhaltig, fair und umweltschonend zu verhalten? Wo landet eigentlich der ganze Plastikmüll? Und was bedeuten die Nachhaltigkeitsziele? Wir hinterfragen das eigene, tägliche Konsumverhalten und suchen gemeinsam nach Lösungen. Wir zeigen nachhaltige Entwicklungen und Ansätze weltweit, aber vor allem in Göttingen auf und besuchen nachhaltig wirtschaftende Einzelhändler*innen und Projekte.

Amelie Starke (Bildung trifft Entwicklung)

WS 2 Die wahren Kosten der Kohle

Auf einem riesigen Schwarz-Weiß-Wimmelbild eines Künstler*innen-Kollektivs wird auf eindrückliche Weise die Entstehung der Kohle, ihre Gewinnung sowie der breite Widerstand gegen die Zerstörung und gelebte Alternativen für eine nachhaltige Welt gezeigt. Das Bild drückt komplexe Zusammenhänge anschaulich in lebhaften Tier-Geschichten aus. Die Kunstwerke bauen auf den oft ungehörten Stimmen der von Ressourcenausbeutung am stärksten betroffenen Gemeinschaften auf. Diese Geschichten übersetzen die Künstler*innen in weltweit verständliche, fabelartig gestaltete Tiermotive. Auf dem Workshop entdecken wir das „True Cost of Coal“-Banner spielerisch und kreativ und hören viele faszinierende und inspirierende Geschichten.

Wiebke Matthießen (Klima*Kollektiv)

WS 3 Der Klang des Guten Zusammenlebens

Aus den südamerikanischen Anden stammt das Konzept Sumaj Kawsay, was übersetzt so viel wie „Gutes Zusammenleben“ bedeutet. Sumaj Kawsay wird als mögliche Alternative zum bei uns gängigen Entwicklungskonzept diskutiert. Wichtige Grundlage des Konzeptes ist ein gutes Leben nicht auf Kosten anderer Mitglieder und nicht auf Kosten der natürlichen Lebensgrundlagen zu erreichen. Im Rahmen des Workshops lernen wir die Prinzipien des Guten Zusammenlebens aus indigener Perspektive kennen und suchen nach Verbindungen zu den SDGs und deren Erreichung. Um die Weltanschauung aus den Anden schon im Kleinen näher zu kommen, werden wir nach den Prinzipien des Sumaj Kawsay lernen, „Sikus“,traditionelle Flöteninstrumente aus der Andenregion, zu spielen.

Rosalio Ochoa Saavedra (Bildung trifft Entwicklung)

WS 4 Nachhaltig ganz nebenbei?!

Was steckt eigentlich genau hinter den Sustainable Development Goals (SDGs)? Nach einer Einführung und Übersicht der 17 Ziele der Nachhaltigkeit beschäftigen wir uns intensiver mit dem Ziel Nr. 12. Darin geht es um nachhaltige/n Konsum und Produktion. Wir lernen unterschiedliche Initiativen kennen und entdecken anhand von Initiativen wie Foodsharing bzw. To-good-to-go und dem Becherbonus Möglichkeiten, wie sich jede*r Einzelne für nachhaltigen Konsum einsetzen und dabei sozial aktiv werden kann.

Sarah Holz (Bildung trifft Entwicklung)

WS 5 Wasser für alle – alle für Wasser! Sauberes Trinkwasser für alle Menschen!

…für diese Vision steht Viva con Agua. Dafür arbeiten wir weltweit mit großen Hilfsorganisationen wie der Welthungerhilfe und den Menschen vor Ort in den verschiedenen Projektregionen zusammen. Unsere Projekte haben aber noch mehr als die reine Wasserversorgung im Blick, es geht um WASH (Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene). Aber warum sind Klos so wichtig? Wie ist die Ressource Wasser auf der Welt verteilt? Was verbindet Fußball, Konzerte und Trinkwasserprojekte? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir gemeinsam auf den Grund gehen und Ideen entwickeln, wie wir alle uns für eine Welt ohne Durst einsetzen können.

Mareike Kühne (Viva con Agua Göttingen)

WS 6 Kleider machen LEUTE – Mode fair und nachhaltig konsumieren

Egal ob „Hype-Beast“ oder „Hauptsache praktisch“: Jede*r von uns kleidet sich. Aber welchen Weg gehen eigentlich unsere Klamotten bis sie bei uns im Kleiderschrank landen? Und was haben Adidas, Zara & Co. mit dem Klimawandel zu tun? In diesem Workshop lernen wir mehr über die komplexen Auswirkungen von Fast-Fashion auf unsere Umwelt und Mitmenschen. Außerdem: Warum Fair Fashion schon lange mehr ist als überteuerte Filz-Mützen und Bio-Ponchos. So kleidet man sich modern und nachhaltig.

Theresa Bailer (Bildung trifft Entwicklung)

WS 7 Klimagerechtigkeit lokal und global

In diesem Workshop schauen wir uns gemeinsam Machtstrukturen auf globaler, aber auch auf innerdeutscher Ebene im Kontext von Klimawandel an. Was meint der Begriff Klimagerechtigkeit und was hat Macht und Einfluss (auch) mit dem Klimawandel zu tun? Warum sind einige mehr und andere weniger von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen? Spielerisch mit verschiedenen interaktiven Methoden erarbeiten wir die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Privilegien und Diskriminierungsformen. Wir schauen, wo unsere eigene Position ist und was eine Reflektion unseres eigenen Tuns bedeuten kann.

Tim Heining und Nele Ketels (Bildung trifft Entwicklung)

WS 8 T-Shirts im Vergleich

Wonach suchst Du Deine T-Shirts beim Kauf aus? Hast Du dabei auch schon mal an den sozialen und ökologischen Fußabdruck gedacht, den Dein T-Shirt bei der Produktion verursacht? Im Workshop lernst Du den globalen Werdegang von 6 T-Shirts aus Holz, Polyester, (Bio-)Baumwolle, Leinen und Merinowolle kennen und kannst ihre textile Kette hinsichtlich Umwelt- & Klimaschutz, Arbeitsbedingungen und Verkaufspreisen miteinander vergleichen. Welche T-Shirts würdest Du nun kaufen?

Burkhard Verch (Waldpädagogikzentrum RUZ Reinhausen)

WS 9 Hunger, Landwirtschaft und ich

In dem Workshop beschäftigen wir uns zunächst mit dem weltweiten Hunger. Wir klären gemeinsam und interaktiv, was die Ursachen und Folgen von Hunger sein können. Außerdem nehmen wir die Landwirtschaft genauer unter die Lupe und erforschen die Frage, wie die Landwirtschaft dazu beitragen kann den weltweiten Hunger zu lösen. Zum Schluss werden wir Samenkonfetti basteln und ein bisschen Guerilla Gardening betreiben.

Violetta Bat (Bildung trifft Entwicklung)

WS 10 Klimawandel modellieren – Handeln verstehen

Der anthropogene (von Menschen gemachte) Klimawandel ist komplex und nicht immer leicht zu verstehen. Denn das Klima der Erde wird von zahlreichen Faktoren gesteuert. Welche davon können wir beeinflussen? Modelle vereinfachen die Realität. Gemeinsam werden wir den Klimawandel der Zukunft modellieren. Dafür brauchen wir keinen Supercomputer und lange Rechenzeiten – ein Laptop genügt. Anhand eines Modells visualisieren wir die Einflussfaktoren und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten.

Sebastian Utermann (Bildung trifft Entwicklung)

WS 11 Kakaoparcours

Wir lernen in Stationenarbeit den Weg des Kakaos vom Anbau bis zur fertigen Schokolade kennen. Dafür stellen wir eine Produktions- und Verarbeitungskette nach: Jede*r stellt eine*n unterschiedlichen Akteur*in dar. Aus dieser Rollenperspektive heraus besucht jede*r verschiedene Stationen. Wir lernen Anbau- und Arbeitsbedingungen kennen, analysieren die Produktionsschritte der Verarbeitung von der Frucht bis zum Rohkakao, transportieren einen Kakaosack, handeln an der Börse einen Preis dafür aus und beschäftigen uns mit Lösungsansätzen zu Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und sozialen Ungerechtigkeiten. Und dabei wollen wir auch ganz praktisch Rohkakao rösten, brechen und mahlen, um eine leckere Schokocreme zuzubereiten.

Ines Fehrmann (WeltGarten Witzenhausen)

Workshop für Lehrer*innen – Globales Lernen für den Wandel

Globales Lernen will Menschen zur Gestaltung des eigenen Lebens sowie einer weltweit gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft befähigen und ermutigen. Im Zentrum stehen deshalb neben der Auseinandersetzung mit globalen Zusammenhängen, dem Hinterfragen von Einstellungen, Werten und Normen auch die Entdeckung von Handlungsmöglichkeiten. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann Globales Lernen zum Wandel beitragen und Menschen zum Handeln motivieren? Der Workshop richtet sich sowohl an Lehrkräfte, deren Schüler*innen am Eine-Welt-Tag in Göttingen teilnehmen, als auch an alle anderen interessierten Lehrkräfte aus der Region.