Regionaler Eine-Welt-Tag in Hoya

Beim Eine-Welt-Tag in Hoya zeigen wir, was genau sich hinter den SDGs verbirgt und wie wir selbst zu ihrer Erreichung beitragen können. Welche Anknüpfungspunkte gibt es an unseren (Schul)Alltag? Wie können wir selbst aktiv werden und uns an der Gestaltung einer global gerechten und ökologisch tragfähigen Welt im Sinne von „global denken – lokal handeln“ beteiligen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir in 11 verschiedenen Workshops nachgehen und dabei spannende Handlungsmöglichkeiten kennenlernen und eigene kreative Ideen entwickeln.

Zielgruppe: Schüler*innen der Jahrgansstufe 9

Veranstaltungsort: Marion-Blumenthal-Oberschule Hoya, Auf dem Kuhkamp 1, 27318 Hoya/Weser

Termin: 16. September 2021

Workshop-Programm (pdf)

Kontakt

Der Eine-Welt-Tag wird im Rahmen des Projekts „globo:log live. Aktiv für die SDGs – Regionale Eine-Welt-Tage in Bremen und Niedersachsen“ durchgeführt von Catucho Kaffee & Kakao Manufaktur in Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB).

Rösterei CATUCHO GbR
An den Eichen 9
27333 Bücken

Peter Klein
klein-buecken@t-online.de

Die Workshops

1. Energie

A) Escape-Room: „Act. Change. Escape the Room. Spiel für eine zukunftsfähige Welt.“

Als internationale Ermittlungsgruppe entschlüsselt und kombiniert ihr Beweise in einem Umwelt-Kriminalfall globaler Dimension. Dabei stehen Produktion, Konsum und Entsorgung von Elektrogeräten am Beispiel des Smartphones, sowie weltweite Konsequenzen daraus, wie z. B. Umweltverschmutzung, Rohstoffabbau und Welthandel mit (Elektro-)Müll im Mittelpunkt.
Die vielfältig gestaltete Rätselstruktur bietet über Bildsprache, Geschicklichkeitsspiele, Sprachaufnahmen und Kombinationsaufgaben verschiedene Spielzugänge, so dass alle Teilnehmer*innen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten zu einer gemeinsamen Lösung beitragen können.

Julia Wältring (Naturtalent e.V.)

B) Planspiel: „Energie für die Zukunft und ihre Umsetzung im eigenen Lebensraum“

In zwei parallelen Kleingruppen werden Expert*innen die zukünftige Energieversorgung auf der Welt planen. Dazu erforschen wir die technischen Möglichkeiten und klären die politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Beide Gruppen entwickeln mit ihren Kenntnissen ein gemeinsames Weltszenario. Aus den globalen Grundvoraussetzungen entwerfen wir anschließend verschiedene Ideen zur Gestaltung einer Stadt der Zukunft und übertragen das Machbare auf unseren Lebensraum.

Dirk Schröder-Brandi (RENN Nord)

C) Kohlenstoff-Speicherung und negative Emissionen

Viele Klimaforscher*innen fordern, nicht nur weniger Treibhausgase auszustoßen, sondern auch CO₂ aus der Luft einzufangen. Aber ist das nicht total kompliziert? Brauchen wir das überhaupt? Und was hat das mit uns und unserer Landschaft zu tun? Im Workshop werden wir diesen Fragen nachgehen und uns einen Überblick über das Thema „negative Emissionen“ verschaffen. Dabei betrachten wir sowohl technische als auch natürliche Möglichkeiten und wir probieren in der Praxis aus, wie man mit Pflanzenkohle Kohlenstoff speichern und den Boden verbessern kann, um dem globalen Klimawandel entegenzuwirken.

Lukas Held (BUND-Jugend Niedersachsen)

2. Outfit

A) Einmal um die ganze Welt! Einladung zur Fashion-Reise.

Jeans, T-Shirts, Jacken – Klamotten gibt es bei uns im Überfluss. Regelmäßig laufen wir durch die Stadt und kaufen möglichst billig. Doch bis eine Jeans bei uns in den Läden liegt hat sie eine wahre Weltreise hinter sich. Im Schnitt reist sie ca. 50.000 km und war bereits in Ländern, die die meisten von uns nur aus dem Internet kennen. Doch welche Stationen passiert eigentlich eine Jeans? Welche Gesichter stecken hinter der Mode? Und welche Ressourcen unseres Planeten werden dabei verbraucht?
Gemeinsam ergründen wir, wie wirtschaftliches Handeln global zusammenhängt und zu welchen Kosten Fast Fashion führt, die im eigentlichen Preis gar nicht enthalten sind. Am Ende stellen wir uns die Frage, was wir selbst dazu beitragen können, dass nicht andere den wirklichen Preis für unsere Jeans zahlen.

Kristin Reimers (Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk BeN)

B) Fast Fashion und Slow Fashion

Gemeinsam sehen wir uns an, welche Fertigungsschritte nötig sind, bis ein Kleidungsstück bei uns im Kleiderschrank angekommen ist. Anhand von Fotos nehme ich euch mit auf die Reise und erzähle euch von meinen Arbeitserfahrungen in der Textilproduktion in Indien, Kambodscha und Indonesien. Dabei erfahrt ihr, wie, wo und von wem unsere Kleidung hergestellt wird. Zusätzlich beschäftigen wir uns intensiv mit den Begriffen Fast Fashion und Slow Fashion und lernen an einem praktischen Beispiel, wie Bekleidung sozial gerechter und ökologisch sinnvoller gestaltet werden kann.

Hanna Ehlert

C) Kleidung und Verantwortung tragen

Woher kommt eigentlich meine Jeans? Wer hat meine Kleidung genäht und woraus besteht sie? Wohin geht das Geld, das ich im Laden ausgebe? Diese und mehr Fragen wollen wir spielerisch in unserem Workshop beantworten. Dazu lernen wir uns erstmal kennen und machen dann gemeinsam eine Expeditionstour durch die Einkaufspassage in Hoya.
Nimm gerne gebrauchte Kleidung mit, die du aufstylen, reparieren, vorstellen oder tauschen möchtest! Wir lernen, wie wir unsere Macht als Kleidungs-Konsument*innen sinnvoll einsetzen können.

Lea Hoffmann

3. Ernährung

A) Monokulturen, Mastanlagen, Mahlzeit! Industrielle Tierhaltung und die globalen Folgen.

Was hat mein Steak eigentlich mit Regenwaldabholzung und dem globalen Klimawandel zu tun? Was bedeutet Massentierhaltung für die betroffenen Tiere? Diesen und weiteren wichtigen Fragen werden wir uns gemeinsam widmen. Dabei bist du zum aktiven Mitmachen eingeladen: Finde in unseren Umweltspielen Erstaunliches über die industrielle Tierhaltung heraus und überlege gemeinsam mit den Anderen: Wie kann ich die Welt ein Stück besser machen und dabei auch noch Spaß haben?

Anja Gith

B) Ernährungscheck – fair und nachhaltig essen

Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun? Wie viel Energie wird gebraucht bis die Portion Spaghetti auf meinem Teller landet? Darf man Avocados noch essen? Wo kommen eigentlich die Tomaten im Winter her?
Wir nehmen unsere eigenen Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe und schauen uns an, welche Auswirkungen sie auf das Klima, die Menschen und die Umwelt haben. Ausgehend davon werden wir gemeinsam überlegen, wie wir unsere Ernährung fairer und nachhaltiger gestalten können und so mit unserem Essen auch das Klima schützen können. Eure Ideen, Fragen und Erfahrungen könnt ihr hier gerne mit einbringen!

Laura Blum und Nora Dreyer

C) Zukunftsfähige Landwirtschaft – Zukunft der Ernährung

Nachhaltige ökologische Landwirtschaft – wie funktioniert sie und wie können wir sie unterstützen? Woran erkennt man ökologisch erzeugte Produkte und wo bekommt man sie? Sind sie immer teurer als andere? Welche Vorteile haben ökologisch erzeugte Produkte?
Diese Fragen wollen wir in unserem Workshop ganz praktisch besprechen. Dabei werden wir uns einzelne Produkte besonders ansehen. Kleine Kostproben – soweit es Corona erlaubt – wird es ebenfalls geben. Zu den Produkten, die wir besonders unter die Lupe nehmen, gehören Säfte und Gemüse, Eier und Honig sowie Milch und Käse. Ihr könnt eure Fragen und Wünsche mitbringen. Unsere Ergebnisse wollen wir für alle Schüler*innen zusammenfassen und präsentieren.

Angela Wilhelms (Stadt-Land-Plus)

4. (Arten)Vielfalt

A) Du bist Vielfalt

Weltbürger*innen sind wir alle. Doch wo sich Fremdes begegnet und Kulturen sich verändern, entsteht oft Unsicherheit. Was ist, wenn mein Gegenüber aus einer mir unbekannten Kultur stammt? Was brauchen wir, um das Miteinander offen zu gestalten? Die Kulturenwerkstatt bietet dir die Gelegenheit, das Erleben von Fremdheit und das Gefühl der Unsicherheit im (Rollen-)Spiel und im Gespräch zu überwinden. Sie soll helfen, das Gefühl des Kulturschocks kennenzulernen und den Umgang damit zu üben, so dass wir die Globalisierung selber gestalten können, statt von ihr gestaltet zu werden.

Dr. Imme Gerke und Dr. Jacques Drolet (IDRGculture)

B) Wildbienen entdecken und erkennen

Insekten stellen etwa 60% der bekannten Tierarten unseres Planeten und übernehmen eine Schlüsselrolle in unserem Ökosystem. Zu den Insekten gehören auch die Bienen. Neben der Honigbiene kommen in Deutschland über 560 weitere Wildbienenarten vor, die meist als Einzelgänger leben, keinen Honig produzieren, aber für die Bestäubung unverzichtbar sind.
Der Workshop bietet die Möglichkeit die vielfältige Lebensweise unserer Wildbienen kennenzulernen und Ideen für Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Im Workshop gibt es eine Einführung in die Bestimmung dieser Arten. Sie erfolgt anhand spielerischer Übungen und mit Präparaten am Binokular. Zudem werden Ideen für  Schutzmaßnahmen entwickelt.

Jakob Grabow-Klucken (BUND Niedersachsen)